Und nach zwölf Monaten mit meinem kleinen Wirbelwind weiß ich, dass das ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Ganz im Gegenteil! Elternschaft wird nicht umsonst als Abenteuer bezeichnet, denn es gibt so manche Gefahrensituationen, die es im Alltag zu bewältigen gibt. 007 und Indiana Jones sind ein Witz gegen das, was so manche Mama und so mancher Papa alles überstehen muss. Tagtäglich!
Folgende Gefahren sind in der Elternschaft verborgen:

Wickeln

Mal abgesehen davon, dass der kleine Wurm Wickeln mal mehr, mal weniger toll findet und zurzeit nur mit Buchanschauen über sich ergehen lässt, wird natürlich ordentlich gestrampelt. Ich bin ja durchaus kampfsporterprobt, aber bei so einigen Kicks in den Magen war ich froh, dass ich nicht einfach ohnmächtig zusammen geklappt bin und bei einigen Tritten in die Kehle habe ich gehörig nach Luft geschnappt. Zumindest konnte ich mir einige Tricks für das nächste Sparring abschauen!

Stillen

Stillen wird ja so gerne so unglaublich romantisiert. Eine Frau sitzt selig auf ihrem Lieblingssessel, hat ihr zufriedenes Kind im Arm, das ganz genüsslich aus der Brust trinkt und dabei heftig mit der Mami flirtet. Ja. Auch. Und manchmal beißt das Baby auch einfach mal ordentlich und kräftig zu und schüttelt dann ganz heftig mit dem Kopf. Ich bin wirklich erstaunt, dass meine Brustwarzen noch dran sind! Beide! Denn so manches Mal habe ich schmerzverzerrt und mit Tränen in den Augen an mir herunter geblickt im festen Glauben: das war’s, jetzt ist das Ding ab!

Untersucht werden

Besonders interessant für diverse Untersuchungen sind die Gesichter von Mama und Papa. Stundenlang konnte mein Kleiner in die Nase kneifen, stundenlang an meinen Lippen zerren, stundenlang meine Augen erforschen. Klingt harmlos? Ist es auch. Bis dem Baby auffällt, dass die Augen so schön weich sind, dass man doch mal ordentlich zudrücken könnte oder die Augenlieder unbedingt mittels reinpiksen am Zumachen gehindert werden müssen. Das ist ein Spaß! Und während ich mir vorkomme, wie eine lebendige Noppenfolie, staune ich über das Wunderwerk Körper, das so einiges aushält!

Kuscheln

„Ok, jetzt übertreibt sie aber! Was soll denn am Kuscheln gefährlich sein?“ Tjanun, ich hätte mir das ja auch nicht träumen lassen, aber Kuscheln ist so ziemlich das Gefährlichste an meinem Mamadasein! Denn da kommen die Angriffe vollkommen unvorbereitet – hinterrücks sozusagen. Stellt euch folgendes vor: Mittagsschlaf, gemeinsames Dösen mit dem Baby, ein wenig zur Ruhe kommen ein wenig Abschalten, wunderbar die Ruhe genießen. Das Baby regt sich, wacht langsam auf, schaut einen zuckersüß mit seinen wunderbar verträumten Augen an und lächelt. Mama glücklich, auch noch nicht ganz fit, auch dabei aufzuwachen. Baby kommt näher und möchte sich noch einmal mit seinem Gesicht an das der Mama schmiegen und *ZACK* hat man mit voller Wucht das gefühlt riesenschwere, einfach fallen gelassene Köpfchen auf der Nase, die dabei gefährlich knackst.
Kuscheln ist wunderbar, aber mit einem schlaftrunkenen Baby, das seine Motorik noch nicht so hundertprozentig unter Kontrolle hat und dabei noch das Feingefühl eines Vorschlaghammers aufweist eben auch abenteuerlich. So ist es zuckersüß, wenn er sich einfach auf mich drauf fallen lässt, weil es da so schön ist – lieber ist mir allerdings, er lässt seinen Kopf nicht ausgerechnet über meiner Nase fallen! *thumbsup*

Toben

Ja, natürlich. Toben, das ist klar. Das ist nichts für Weicheier und da muss man eben auch mal einstecken können! Da kann man plötzlich mal einen Arm im Gesicht haben, den Kopf im Magen oder das Bein in der Kehle. Da gilt es lediglich Schadensbegrenzung zu betreiben. Aber woran ich mich einfach nie gewöhnen werde ist, dass sich mein Kleiner, wenn er fällt, plötzlich an meinen Haaren festhält und diese dabei Büschelweise rausreißt. Das eine oder andere Mal dachte ich schon, dass er da jetzt Quadratzentimeterweise meine Kopfhaut mit ausgerissen hat! Nein, hat er nicht. Und wieder bin ich unglaublich stolz auf meinen Körper und staune, was eine Kopfhaut so alles aushält.

Erklären

Und auch hier steckt der Teufel im Detail. „Das ist ein Ball“, „Das ist ein Schrank“, „Das ist eine SchranktüAUA“. So schnell konnte ich gar nicht schauen (no pun intended) wie ich die Schranktür plötzlich im Auge hatte, denn während das Wort „Schranktür“ meinem kleinen Baby noch unbekannt ist, so ist der Mechanismus einer Tür längst durchschaut. Nur, dass es weh tun könnte, wenn man dieselbige jemand anderem an den Kopf schlägt, das ist wohl auch erst Teil einer späteren Lerneinheit. Aber da ist Mama einfach selbst schuld, was hält sie auch ihren Kopf so doof in den Weg, wenn ich doch gerade dabei bin, die Schranktür ausgiebigst zu untersuchen? Ja, wirklich blöd von mir!

 

Ich würde also behaupten, es war ein wirklich sehr erfolgreiches Jahr für meine Schutzengel. Denn nach den letzten Monaten bin ich mir umso sicherer: auch Mamas und Papas haben ihre Schutzengel, die aufpassen, dass die süßen, kleinen Monsterchen fitte und tatkräftige Eltern an ihrer Seite haben. Und so sehr ich rückblickend betrachtet doch froh bin, aus der einen oder anderen Situation lediglich mit ein paar Kratzern und Bisswunden davon gekommen zu sein, sehe ich doch diese kleinen Blessuren mit Stolz, denn diese stehen stellvertretend für all das, was wir in den letzten zwölf Monaten so alles geleistet haben, was wir geschafft haben, was wir erlebt haben. Und ich freue mich auf viele weitere wundervolle Erlebnisse – sollen sie nur kommen, die „Gefahren“, wir sind gewappnet!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s