Diesen Tweet habe ich zum Anlass genommen, um ein paar Dinge zusammen zu fassen, die ich vor dem Kaiserschnitt noch nicht wusste. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich sehr unbedarft war, was das Thema Kaiserschnitt anbelangt. Ich war so felsenfest davon überzeugt, dass es eine natürliche Geburt werden würde, dass ich mir die Informationsblätter zum Thema PDA und Kaiserschnitt erst gar nicht durchlesen wollte – um mich so kurz vor der Geburt nicht noch zusätzlich zu belasten. Doch es kommt erstens immer anders und zweitens als man denkt und nach einigen Stunden Wehen fand ich mich dann doch auf dem OP-Tisch bei einem Kaiserschnitt wieder.

Ich bin kein Arzt – folgende Absätze beziehen sich also nur auf meine eigenen Erfahrungen und auf das, was mir gesagt wurde und haben sicherlich keine allgemeine Gültigkeit. Bitte nagelt mich nicht auf den einen oder anderen Satz fest – über eure Ergänzungen oder weiteren Erfahrungen in den Kommentaren freue ich mich sehr.

Hier sind sie nun also
10 Dinge über den Kaiserschnitt, die ich vorher nicht wusste

  1. Die OP
    Da es ein Bauchschnitt ist, gilt ein Kaiserschnitt als größere OP. Durch die PDA spürte ich natürlich die Schnitte selbst nicht. Was ich allerdings gespürt habe, war das mechanische an mir Rütteln und Zerren, als sie das Kind aus der Öffnung gedrückt haben und eine sofortige Erleichterung aller Organe, sobald das Baby draußen war (ich bekam augenblicklich besser Luft und wusste dadurch, dass mein Baby nun da war). Das Zusammennähen danach ist ein längerer Prozess – sie müssen ja mehrere Hautschichten wieder vernähen – und wurde von mir als gelegentliches Rütteln wahrgenommen.
  2. Mobilisierung
    So wird das Aufstehen nach der OP genannt. Dazu wurde ich von den Hebammen im Krankenhaus bereits nach wenigen Stunden „genötigt“. Heute weiß ich, dass es wichtig ist, sofort nach einer Bauch-OP wieder aufzustehen. Warum, habe ich nicht so genau verstanden. Um die Gefahr einer Thrombose zu verringern? Jedenfalls sollten die ersten Male aufstehen nach der OP nur mit ausreichend Schmerzmittel absolviert werden.
  3. Schmerzen
    Jede falsche Bewegung fühlte sich an, als ob die Wunde wieder aufreißen würde. Ganz besonders fatal waren Husten und Niesen. Umso wichtiger war es für mich im Wochenbett immer eine Sportflasche (weil einhändig bedienbar) mit Wasser neben mir zu haben um einem möglichen Hustenreiz noch vorbeugen zu können und um auch während des Stillens sofort Wasser parat zu haben.
  4. Baby tragen
    Kann ich jetzt überhaupt mein Baby tragen? Die Hebammen und Ärzte meinten einstimmig: ja, das Gewicht des Babys, an dem könne man sich orientieren, das ist das, was man ungefähr tragen dürfe. Mehr als das Baby allerdings (also zum Beispiel Baby im Maxi Cosi) wäre tabu und zu viel für die frische Wunde.
  5. Wundheilung: meine Narbe hat sich auch Monate später noch an einigen Stellen immer wieder „entzündet“. Das sind kleine, winzige und harmlose „Entzündungen“ direkt auf der Narbe, die daher kommen, dass wohl die selbstauflösenden Fäden nicht so gut vom Körper absorbiert werden. Diese kleinen „Entzündungen“ tun weh, gehen irgendwann auf und sobald das Sekret entweichen kann, ist auch der Schmerz weg. Desinfiziert mussten diese offenen Stellen dann allerdings werden.
  6. Ästhetik
    Die Kaiserschnittnarbe kann bis zu 20cm groß sein (klar, der Kopf und Körper müssen ja irgendwie durch diese Öffnung) und zieht sich dann aber mit der Rückbildung des Bauches etwas zusammen. Es kann Jahre dauern, bis die Narbe einfach nur noch ein weißer Strich ist
  7. Taubheit
    Nach dem Kaiserschnitt bemerkt man rund um die Narbe Taubheit. Bei mir war es zwischen Bauchnabel und Narbe ungefähr eine Handteller große Fläche, auf der ich nichts spürte. Die Zentimeter um diese taube Stelle herum waren es sehr schmerzhaft und berührungsempfindlich. Mittlerweile sind die Schmerzen verschwunden und die taube Stelle hat sich wesentlich verkleinert. Bei manchen Frauen bleibt allerdings ein taubes Gefühl im Unterbauch.
  8. Regeneration
    Mindestens 8 Wochen lang absolutes Sportverbot (auch kein Rückbildungskurs), in meinem Fall waren es eher vier Monate. Ich persönlich habe dann irgendwann gespürt, wann Sport wieder möglich war. Davor überwiegten die Schmerzen und das Gefühl, Ruhe zu brauchen.
  9. Stillen
    Auch das war eine meiner Sorgen: wenn die Geburt nicht auf natürlichem Wege abgeschlossen wurde, weiß der Körper dann überhaupt, dass er jetzt Milch bereitstellen muss? Ja weiß er! Kann eine Frau nach einem Kaiserschnitt nicht stillen, liegt es nicht ursächlich am Kaiserschnitt. Ein Neugeborenes braucht nur winzigste Mengen Milch, da der Magen noch ganz, ganz klein ist. Das Saugen an der Brust stimuliert die Milchproduktion und nach etwa vier Tagen kommt es zum Milcheinschuss und dann fließt die Milch.
  10. Sex
    Tat auch noch Monate nach dem Kaiserschnitt enorm weh. Nicht etwa wegen der Kaiserschnittnarbe, die war längst verheilt. Sondern eher, weil ich einfach nicht feucht genug war. Das normalisierte sich dann irgendwann wieder und liegt wohl an den Hormonen. Auch da habe ich irgendwann gespürt, wann es wieder geht – mit der steigenden Lust waren dann auch die Schmerzen vorbei.

Und jetzt ihr: Was wusstet ihr nicht über Kaiserschnitte? Wie ist es euch mit dem Kaiserschnitt ergangen? Was hat euch positiv oder negativ überrascht? Welche meiner Erfahrungen teilt ihr so gar nicht? Was hätte euch geholfen, vor dem Kaiserschnitt zu wissen?

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